Lochte Gartenvergnügen: Gartentipps für den Herbst

Blumenzwiebel-Pflanzung

• Welche Bodenansprüche haben die Zwiebeln?
Geeignet sind alle üblichen Gartenböden mit Ausnahme extrem nasser Böden. Ton- und Lehmböden können durch Kompost oder Torfersatz gelockert werden. Düngen wird erst nach einigen Jahren nötig. Dann empfiehlt sich ein langsam wirkender Dünger, für Tulpen hat sich das N-P-K-Verhältnis von 9-9-6 bewährt.

• Wann, wo und wir wird gepflanzt?
Termin: September bis Dezember in frostfreien Boden. Platzierung im Garten: vollsonnig, halbschattig, schattig, in Rabatten, an der Terrasse, in Kübel und Kästen, am Zaun entlang, unter einem großen Strauch oder als Tuffs im Rasen.

Pflanzpraxis:
Die Pflanztiefe ist der Verpackung zu entnehmen, eine Faustregel sagt: Pflanztiefe = doppelte Höhe der Zwiebel. Ausgestreut wirkt die Pflanzung natürlicher. Einzelne Löcher mit dem Zwiebelblumenpflanzer ausheben. Zwiebel stecken, mit Aushub auffüllen, angießen. Bei flächiger Pflanzung trägt man die Grassode und/oder Erde in erforderlicher Tiefe ab und streut die Zwiebeln aus. Die flache Seite der Zwiebel liegt auf, die Spitze zeigt nach oben. Danach wird behutsam Erde aufgefüllt oder Grassode aufgelegt. Angießen nicht vergessen.

• Brauchen Blumenzwiebeln Winterschutz?
Nein. Reisig- oder Laubauflagen sind ausnahmsweise sinnvoll, wenn extrem strenge Winter zu erwarten sind. Blätter und Knospen, die in milden Wintern vorzeitig ausgetrieben haben, brauchen Schutz vor starken Frösten.

• Wie kann ich kombinieren?
Nach Blütezeit, Farbe und Höhe: Lange blühende Beete entstehen durch die Wahl überschneidend oder folgend blühender Arten. Blütenfarben können Ton in Ton oder kunterbunt, im Dreiklang oder einfach in Lieblingsfarben kombiniert werden. Die Blütenhöhe sollte harmonisch eingesetzt werden: Die höheren Stiele im Hintergrund oder in einem runden Topf mittig, drum herum niedrigere Arten. Tuffs im Rasen am besten in einer Art anlegen.

• Was pflanze ich in Blumenkästen?
Niedrige Zwiebelblumen sind standfest und kompakt. Späterblühende Arten können unten in den Kasten gesteckt werden, eine Lage Blumenerde auffüllen und darauf frühblühende Arten pflanzen.

• Wie gehe ich mit verblühten Zwiebelblumen um?
Die meisten verblühten Zwiebelblumen werden auch im nächsten Jahr blühen. Wichtiger Pflegegang ist das Herausschneiden der welken Blütenstiele. Die Zwiebel spart Energie für die Samenbildung und sammelt bis zum Absterben der Laubblätter Kraft. Zwiebelblumen im Rasen sollten erst gemäht werden, wenn das Laub zu zwei Drittel abgestorben ist.

Befall durch Wiesenschnaken
Finden Wiesenschnaken auf Grünland und Rasen ideale Vermehrungsbedingungen, legen die langbeinigen Insekten ihre Eier auf Grüns, Spielbahnen oder Weiden ab. Die Wiesenschnacke (Tipula) gehört zu den Mücken. Die Larven ernähren sich von den unterirdischen Organen der Gräser. Ein starker Besatz kann ganze Rasenflächen vernichten.

• Zur Biologie der Wiesenschnake
Die Wiesenschnake legt im August/September ihre Eier ab. Im Herbst und Frühjahr schlüpfen daraus die grauen, walzenförmigen, bis zu vier Zentimeter langen beinlosen Tipula-Larven. Den Winter überstehen sie problemlos, um in den Monaten April und Mai ihre Hauptfraßtätigkeit zu entfalten. Dazu halten sie sich dicht unter der Rasendecke verborgen. Sie fressen vor allem nachts und tagsüber bei bedecktem, regnerischem Wetter die Wurzeln der Gräser kurz unterhalb der Bodenoberfläche ab. In der Regel wird der Rasen zuerst gelb-braun. Schließlich bleiben kahle Stellen mit totem Gras zurück. Die bräunlich-schwarze Larve verpuppt sich danach, um im Spätsommer als ausgewachsene Wiesenschnake aus den Rasenflächen aufzusteigen. Als sichtbares Zeichen ihrer Existenz bleiben nur die Puppenhüllen an der Rasenoberfläche zurück.
Auch verschiedene andere Käferlarven fressen an den Graswurzeln. Es handelt sich um Larven des Garenlaub-, Mai- oder Junikäfers. Deren Larven aber sind weiß mit einer braunen Kopfkapsel und mit Beinen ausgestattet. Sie liegen gekrümmt im Boden, während die Wiesenschnaken-Larven keine Beine besitzen und lang gestreckt im Boden zu finden sind.
Schadenschwelle und Bekämpfung

Ein erster sichtbarer Hinweis auf einen erhöhten Befall mit Tipula-Larven, bevor der Rasen gelb wird, sind Scharen von Staren und Krähen, die die Larven aus dem Boden picken. Allein das hinterlässt auf feinen Rasenflächen einen unermesslichen Schaden. Eine Schadenschwelle ist bei rund 30 Larven je Quadratmeter erreicht. In starken Befallsjahren werden mancherorts bis zu 600 Larven je Quadratmeter gefunden. Um den tatsächlichen Larvenbesatz zu kontrollieren, kann man folgenden Test durchführen: 25 mal 25 Zentimeter Rasensode drei bis fünf Zentimeter tief ausstechen und in eine Lösung aus zwei Kilogramm Salz (preiswertes Viehsalz) und zehn Liter Wasser einlegen. Nach 15 bis 30 Minuten tauchen die Laren auf und können ausgezählt werden. Um Schäden an der Rasennarbe zu vermeiden, sind bei mehr als 30 Larven je Quadratmeter (Ergebnis der Probe mit dem Faktor 16 multiplizieren) Bekämpfungsmaßnahmen nötig.

• Chemische Bekämpfungsmöglichkeiten
Im Grünland wie im Rasen sind keine Insektizide zur Bekämpfung der Tipula zugelassen.

Weitere Bekämpfungsmöglichkeiten
Grundsätzlich ist die chemische Bekämpfung von tierischen Rasenschädlingen also schwierig. Es bleibt derzeit nichts anderes übrig, als auf die bekannten Alternativen mit Nematoden und verschiedene andere Parasiten zurück zugreifen. Diese Mittel sind zum Gießen oder Spritzen und müssen im August bis September angewendet werden, um Erfolg zu zeigen.

Die DSV-Deutsche Saatveredelung AG, Lippstadt, hat in der Vergangenheit auf weitere Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Tipula hingewiesen. Interessant – da die Verhältnisse im Grünland durchaus mit denen auf Rasenflächen vergleichbar sind.

•  Der Einsatz einer Walze bzw. Stachelwalze im empfindlichen Larvenstadium bei trockenem Boden und feuchter Bodenoberfläche kann die Population um bis zu 30 Prozent reduzieren.

•  Langfristig kann man den Befall mit den Larven der Wiesenschnake und denen der genannten Käfer nur vermeiden, indem man dafür sorgt, dass auf dem Rasen „Leben herrscht". Denn Schnaken, wie Käfer, brauchen Ruhe um ihre Eier abzulegen. Werden sie dabei häufig gestört, suchen sie sich andere Plätze zur Eiablage.